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Du bist wertvoll!

 

Es hat mich Jahre gekostet, diesen Satz zu begreifen und zu verinnerlichen: Du bist wertvoll. Jeder ist wertvoll. Ich bin wertvoll!

 

Während meiner Teenager-Zeit hatte ich immer schon mit niedrigem Selbstbewusstsein zu kämpfen. Ich fand mich nicht schön, ich mochte mich nicht sonderlich und eigentlich wollte ich doch viel lieber so sein wie xy. Jahre später konnte ich dann endlich akzeptieren: Ich bin wertvoll, genau so wie ich bin. Genau wie du, ja du unbekannter Mensch auf der anderen Seite des Bildschirmes: DU BIST WERTVOLL.

 

Falls es dir heute noch niemand gesagt hat:

 

DU bist wundervoll und stark.

DU bist schön.

DU bist es wert, geliebt zu werden.

DU bist ganz und so wie du bist, völlig in Ordnung.

Du bist wertvoll!

 

Viele von uns, besonders häufig Mädchen und Frauen, wissen das nicht. In unserer Konkurrenz- und Erfolgsorientierten Gesellschaft wird uns von klein auf beigebracht, das wir, so wie wir sind, nicht gut genug sind. Wir müssen schneller laufen können, bessere Noten schreiben, dünner sein, intelligenter sein. Aber nur selten hören wir den Satz: Du bist ein wundervoller Mensch. Ganz genau so wie du bist.

 

Rückblickend fingen bei mir diese Gedanken an, als ich ungefähr 13 Jahre alt war. Wahrscheinlich waren sie schon früher da, aber das kann ich jetzt nicht mehr so genau sagen. Ich hatte zwar immer ein paar Freunde, wirklich gute Freunde, aber ich habe nie zu den beliebten Kindern gehört. Aber damals wollte ich, wie jedes dreizehnjährige Mädchen wahrscheinlich, einfach nur dazugehören. Ich wollte genauso beliebt sein. Ich wollte cool sein. (Erst viel später habe ich erfahren, dass die wirklich coolen Leute immer die sind, die total hinter dem stehen was sie tun und die einfach sie selbst sind)

 

Aber jedes Mal wenn ich versuchte, so wie die anderen zu sein, klappte es nicht. Ich fühlte mich unwohl, wie ein Alien in einer völlig anderen Welt. Ich gehörte da einfach nicht hin. Jedoch hatte sich zu dem Zeitpunkt, schon die Angst in meinem Kopf breitgemacht. Angst, nicht gut genug zu sein.

 

Bis ich ungefähr 17 war, wurde es immer schlimmer. Ich habe Veranstaltungen vermieden, aus Angst mich zu blamieren, habe nie in der Schule aufgezeigt, aus Angst etwas Falsches zu sagen. Ich habe mich in meinem Körper nicht wohl gefühlt. Ich fühlte mich wirklich alles andere als schön und hatte dauerhaft Angst, vor der Meinung anderer Leute.

Und ich weiß, ich sehe es täglich im Internet und überall in meinem Umfeld, das es vielen jungen Mädchen in dem Alter auch so geht und es bricht mir das Herz. (Hier bitte ein dickes, ironisches Danke an die Gesellschaft einfügen!).

 

Ich habe es raus geschafft aus diesem Gedanken-Angst-Teufelskreis (zumindest meistens), es war harte Arbeit und hat mehr als sieben Jahre gedauert. Aber gerade im Internet sehe ich immer wieder so viele junge Menschen, die das nicht geschafft haben. Die dadurch in eine Essstörung gerutscht sind, oder andere Schwierigkeiten in ihrem Leben haben.

 

Mittlerweile sieht man viele Bewegungen im Internet, die in die richtige Richtung gehen #bodypositivity und #selbstliebe, etc. und das macht mich wirklich froh. Denn so bis bisher kann es nicht weitergehen.

 

Ich weiß nicht mehr was der Auslöser war, aber als ich ungefähr 17 Jahre alt war, begann sich das alles für mich zu ändern, ich fand zu Yoga, begann mich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, lernte, wie man sich für Sport und gesunde Ernährung begeistert und auf diesem Weg fand ich irgendwie zu mir selbst. So ganz nebenbei. Ich bin noch nicht ganz da (wer ist das schon!), schließlich ist das ganze ein lebenslanger Prozess und auch ich habe immer mal wieder Tage an denen ich mich nicht wohl fühle und an dem alte Ängste sich ihren Weg zurück suchen. Doch für mich ist der Grundstein gelegt. Und für dich liegt er auch schon bereit, wenn du ihn noch nicht gefunden hast!

 

Zum Abschluss habe ich hier eine kurze Affirmation für dich, die dir helfen kann, wenn du dich mal nicht gut fühlst. Am Anfang ist es immer seltsam, wenn man beginnt mit Affirmationen zu arbeiten, weil man sich total blöd dabei vorkommt. Das ging mir genauso, aber mittlerweile helfen mir diese kleinen Zeilen, dass ich meinen Tag morgends mit einem Lächeln und einem guten Gefühl beginne.

Ich bin wertvoll.

 

Ich werde geliebt und geschätzt.

 

Ich bin in Sicherheit. Alles ist gut.

eure Nadja

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